Flottmann-Hallen zum Rückblick

Eine kleine Epoche lang war Herne vor allem unter einem Begriff bekannt: als »Stadt der Bohrhämmer«. Zweitnamen und Bekanntheit verdankte Herne vor dem Zweiten Weltkrieg dem Unternehmer Heinrich Flottmann, der aus Schlägel und Eisen eine einzige Maschine konstruierte – ein wichtiger Schritt für die Modernisierung des Bergbaus. Heute bestimmen andere Schwerpunkte das Leben in der Emscherstadt. Heute kennt die Region die Flottmann-Hallen als kulturelles Zentrum, in dem zeitgenössische bildende Künstlerinnen und Künstler viel Raum und Licht für Bilder und Skulpturen finden, bekannte Kabarettisten Station machen, moderner Tanz aufgeführt wird, wo mal avantgardistische Musik, mal Dixieland zu hören und vielfältige Einblicke in die freie, professionelle Theaterlandschaft möglich sind.

Rahmenprogramm

Ab 20 Uhr: Thorsten Siltmann singt Reinhard Mey. Mit Songs und Anekdoten lässt Gitarrenbarde Thorsten Siltmann in seinem gefeierten Programm die Vita des berühmen Liedermachers musikalisch Revue passieren.

Anfahrt

Navi: Strasse desBohrhammers 5, 44625 Herne

Bus: Linie 312, Haltestelle Flottmann-Hallen (gleichzeitig auch Haltestelle für Rückfahrten Richtung Herne-Bahnhof / Wanne-Eickel).Von der Haltestelle 3 min. Fußweg zu den Flottmann-Hallen. U-Bahn: Linie U35 / Campuslinie, Haltestellen Hölkeskampring oder Berninghausstraße. Von den Haltestellen 10 min. Fußweg zu den Flottmann-Hallen.

Im Zeichen der Liedermacher: Besucherandrang beim Start der FilmSchauPlätze in Herne

Die FilmSchauPlätze sind erfolgreich in die Saison 2019 gestartet: Gut 350 Besucher kamen zum Auftakt nach Herne zu den Flottmann-Hallen, mehr, als die Veranstalter an Stühlen bereitstellen konnten. Am Ende saßen jedoch alle, denn viele Zuschauer hatten – ein Markenzeichen der FilmSchauPlätze – vorsorglich ihre eigenen Sitzgelegenheiten mitgebracht. Gekommen waren die Herner ebenso wie zahlreiche Fans aus dem ganzen Ruhrgebiet und sogar Düsseldorf. Extra angereist waren auch Mitglieder der Crew des Vorfilms „Flocke & Proschinski“ von Lutz Rödig. Produzent Christian Albrodt, Szenenbildnerin Jessica Kaczmarek und der Proschinski-Darsteller Stefan Lampadius beantworteten vor einem höchst interessierten Publikum Fragen über ihre liebenswerte Gaunerkomödie.

Der Rest des Abends stand im Zeichen der Liedermacher, mit einem perfekt auf den Langfilm abgestimmten Vorprogramm: Thorsten Siltmann versetzte das Publikum mit seinen Reinhard Mey-Interpretationen gekonnt und unter viel Beifall zurück in die 1970er Jahre. Derart eingestimmt, ließen sich die Zuschauer von „Gundermann“, dem vielfach preisgekrönten Film von Andreas Dresen über den DDR-Baggerführer und Liedermacher Gerhard Gundermann, gern begeistern – so sehr, dass auch ein paar vereinzelte Regenschauer der Stimmung keinen Abbruch taten und kaum jemand seinen Sitz vor Ende des Films aufgab.

Nächste Station der FilmSchauPlätze ist Fröndenberg südöstlich des Ruhrgebiets, wo am Mittwoch, 24. Juli, im Golf-Club Gut Neuenhof „25 km/h“ gespielt wird.

Gundermann

Gerhard Gundermann ist Baggerführer im Braunkohletagebau in der Lausitz. Als eingefleischter Sozialist hat er keine Scheu, auch gegenüber hohen Tieren seine Meinung zu vertreten. Das private Glück genießt Gundermann mit seiner Frau Conny in der kleinen Mietwohnung und mit Freunden auf der Bühne, wo er als Liedermacher über die Dinge des Lebens sinniert. Gundermann ist ein populärer Typ, von den Freunden geschätzt und von der Staatssicherheit als interessant erachtet. Mit der Aussicht auf gewisse Gefälligkeiten tritt man an Gundermann heran. Dieser Film war der große Gewinner des Deutschen Filmpreises Lola 2019, ausgezeichnet für Hauptdarsteller, Regie, Drehbuch, Ausstattung, Kostüm und als bester Film des Jahres.

Regie: Andreas Dresen
Mit Alexander Scheer, Anna Unterberger, Benjamin Kramme, Eva Weißenborn, Milan Peschel;
Filmbiografie / Drama,
D 2018; 127 Min.; FSK 0

 

Kurzfilm

Flocke und Proschinski

Flocke und Proschinski haben einen Plan. Eigentlich immer, irgendwie. Jeden Tag schlendern die beiden durch die Straßen und Geschäfte der Stadt – und lassen dabei natürlich auch immer mal was mitgehen. Dabei malen sie sich stets in den wildesten Farben ihren nächsten Coup aus.

Regie: Lutz Rödig
2018, 30 Min.
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